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Infostand

Infostand

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Was ist ein Infostand?

Wie am Namen unschwer zu erkennen ist, dient ein Infostand der Verbreitung von Information. Er kann auf privaten oder öffentlichen Gelände aufgestellt werden und soll interessierte Menschen über eine bestimmte Initiative informieren.

Ein Infostand kann sowohl für gewerbliche als auch für nicht gewerbliche Zwecke genützt werden. In diesem Leitfaden wird lediglich auf den nicht-gewerblichen auf öffentlichem Gelände stattfindenden Infostand eingegangen. Unterschiede bestehen jedoch hauptsächlich bei der Anmeldung.

Was bringt ein Infostand?

Der Infostand vereint eine Vielzahl positiver Aspekte für die Öffentlichkeitsarbeit:
  1. Ein Infostand ist relativ kostengünstig, unkompliziert und spontan einsetzbar.
  2. Er bietet die Möglichkeit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und eure Position auf persönlicher Ebene mit guten Argumenten darzustellen.
Die direkte Ansprache, der persönliche Kontakt und das Gespräch sind sehr wichtige Wege, Interesse an einer Initiative zu vermitteln und die sehr wirkungsvolle Mund-zu-Mund-Propaganda in Gang zu setzen.

Vor der Anmeldung

Thema

Bei der Organisation eures Infostandes solltet ihr euch überlegen, wie ihr euren Infostand anlegen möchtet. Wollt ihr in erster Linie informieren und hauptsächlich flyern oder wollt ihr den Infostand mit anderen Aktivitäten kombinieren. Bspw. könnt ihr am Infostand eine Unterschriftenliste auflegen oder ihr könnt Interesse für euren Infostand mit einer aufsehenerregenden Aktion erhöhen (bspw. kleine Fotoausstellung).

Optik

Ihr solltet euch ebenfalls überlegen, wie euer Infostand wahrgenommen werden soll. Der Infostand sollte gut sichtbar und einladend aufgebaut sein, aber kein Verkehrshindernis darstellen (keine Zwangsbeglückung). PassantInnen sollen sich freiwillig informieren wollen, dann sind sie aufnahmebereit.

Außerdem:

  • Möchtet ihr mehrere Sorten Flyer verwenden?
  • Wie gestaltet ihr euer Transparent?
  • Habt ihr Anschauungsmaterialien (Plakate, Prospekte, Fotos etc)?
  • Bietet ihr kleine Geschenke (Kulis, Bonbons etc) an, um PassantInnen anzulocken?

Beachtet auf jeden Fall, dass euer Infostand nicht unübersichtlich wird, da zu viele Informationen PassantInnen abschrecken. Im Vorfeld ist es daher sinnvoll zu überlegen, was und wo auf den Tischen platziert werden soll.

Ort und Zeit

Der Erfolg eures Infostandes hängt maßgeblich von drei Faktoren ab: Standort, Zeit, Situation. Standort: Überlegt euch, wo ihr euren Infostand aufstellen wollt. Sinnvoll sind klarerweise Orte an denen viele Fußgänger unterwegs sind, die für eure Message offen sind und mit denen ihr ins Gespräch kommen könnt. Fußgängerzonen bieten sich folglich an. Wenn eure Message klar zuordenbar ist (bspw. Infostand zur Schließung des Postamtes in der XXstraße), macht es natürlich Sinn, den Infostand dort aufzustellen. Die Wahl des richtigen Standortes ist besonders wichtig bei der Organisation.

Termin: Überlegt euch, wann ihr euren Infostand aufstellt. Die Fußgängerzone in der Einkaufsstraße ist klarerweise am Samstag höher frequentiert als am Sonntag und daher als Termin vorzuziehen. Oder wenn ihr bspw. über die Schließung der Postfiliale informieren wollt, dann sollte der Infostand natürlich während der Öffnungszeiten der Filiale abgehalten werden, um möglichst viele Kunden zu erreichen.

Situation: Überlegt euch, wann Personen am aufnahmefähigsten für eure Message sind. Wenn ihr bspw. insbesondere das persönliche Gespräch mit PassantInnen sucht bzw. PassantInnen zum Unterschreiben einer Liste bringen wollt, dann solltet ihr Zeit und Ort so wählen, dass diese nicht in Eile sind, sondern ein paar Minuten an eurem Stand verweilen können. Wenn ihr hingegen den Fokus auf das Verteilen von Information (Flyern) legt, dann wäre bspw. auch ein Bahnhof als Standort überlegenswert, da PassantInnen dort auf der Zugfahrt Zeit haben, sich eure Info-materialien anzusehen.

Ihr solltet jedenfalls vor der Anmeldung den Standort zur geplanten Zeit aufsuchen, um euch ein realistisches Bild von der Lage machen zu können.

Ausstattung für einen Infostand

Unbedingt notwendig:
  • ein Tapezier-Tisch mit Tischtuch (Stoff oder Plastikfolie)
  • Flyer
  • Mindestens zwei, besser drei AktivistInnen
  • Klebeband, Teppichmesser, Stifte, Schere uä.
  • Essen und Getränke für AktivstInnen (im Winter warme Getränke, kein Alkohol!)
Optional (aber durchaus praktisch):
  • Weitere Tische
  • Transparent anstelle des Tischtuches
  • Weitere Sorten Flyer
  • Info- oder Schautafeln: PassantInnen erhalten dadurch von der Ferne Infos und einen Anknüpfungspunkt für ein Gespräch
  • Pavillon als Überdachung oder
  • Sonnenschirm bzw. Fahne, damit der Stand auch bei Gedränge von weitem zu erkennen ist.
  • Wäscheleine und Wäscheklammern, um Bilder zu befestigen
  • Kundenstopper (Infoaufsteller), Bilder, Anschauungsmaterialien
  • eine aufsehenerregende Aktion
  • Unterschriftenliste
  • Stifte und Klemmbretter
  • Schüssel mit Bonbons
  • Eine Kamera für mögliche Veröffentlichungen auf Website oä.
  • Gummiband zur Absicherung von Flugblättern etc. gegen Windböen.
Erstellt am besten eine Checkliste mit Zuständigkeiten, um den Infostand vorzubereiten.

AktivistInnen

Einen Infostand zu betreuen ist Arbeit, die man nicht unterschätzen sollte. Es gilt Menschen anzusprechen, mit Menschen zu diskutieren (dabei kann es sich auch um den einen oder anderen unangenehmen Dialog handeln), immer gut gelaunt aufzutreten, zu flyern, den Stand zu betreuen (für ausreichend Flyer und Broschüren oä. sorgen) etc. Üblicherweise sollte zumindest ein Aktivist hinter dem Tisch stehen und einer bzw. zwei AktivistInnen vor dem Tisch flyern oder PassantInnen ansprechen. Aus diesem Grund sind eher drei AktivistInnen als Mindestbesetzung anzuraten, insbesondere wenn der Infostand ganztägig angelegt ist. Wechselt euch bei den Aufgaben ab und vergesst nicht ab und zu eine Pause einzulegen, damit euch die gute Laune erhalten bleibt. Letztere ist schließlich besonders wichtig!!

Anmeldung

Üblicherweise könnt ihr euren Infostand als Kundgebung (Versammlung) anmelden, wodurch auch keine Gebühren entstehen. Die Anmeldung muss in diesem Fall mind. 24h vor Abhaltung des Infostandes vorgenommen werden. Weitere Informationen zur Anmeldung einer Versammlung erhaltet ihr hier.

Notwendige Angaben bei der Anmeldung
  • Zweck des Infostandes (Thema)
  • Standort des Infostandes
  • Platzbedarf
  • Zeit (Datum, Beginn und Ende)
  • Name und Anschrift des Veranstalters (kann natürliche und juristische Person sein)
  • Name und Anschrift des Ansprechpartners (kann gleich sein wie Veranstalter)
  • Verwendete Hilfsmittel (z.B. Megaphon)

Mobilisierung

Insbesondere wenn ihr euren Infostand (=Kundgebung) mit weiteren Aktivitäten plant (Unterschriftenliste, Sprechchöre etc.) solltet ihr im Vorfeld über Datum, Zeit und Ort in Foren, Social Networks, eurer Homepage, per Email usw. darüber berichten. Auf diese Weise können auch Personen außerhalb eures Bekanntenkreises über eure Aktion informiert werden und euch unterstützen.

Der Tag des Infostandes

Bei der Anmeldung des Infostandes habt ihr den Beginn und das Ende des Infostandes bekannt gegeben. Natürlich könnt ihr den Infostand auch früher abbauen und müsst nicht bis zum angegebenen Ende vor Ort bleiben. Ihr solltet aber darauf achten, nicht zu früh auf- bzw. zu spät abzubauen. Haltet die von euch bei der Anmeldung angegebenen Zeiten ein, um mögliche Probleme zu vermeiden. Es ist auch anzuraten, alle von der Behörde erhaltenen Dokumente bei der Hand zu haben, um sie bei Bedarf vorzeigen zu können. Der Veranstalter des Infostandes sollte auf jeden Fall bereits beim Aufbauen zugegen sein.

Verhalten am Infostand

Freundlichkeit ist selbstverständlich oberstes Gebot. Geht auf Menschen zu, versucht sie selbstbewusst, aber mit einem freundlichen Lächeln zu einem kurzen Gespräch zu bewegen. Die Chance, dass PassantInnen einen Flyer genauer betrachten, ist nach einem persönlichen Gespräch deutlich höher als ohne diesem. Vermeidet jedoch Aufdringlichkeit. Während des Dialogs sprecht angemessen laut und deutlich und seht eurem Gegenüber in die Augen. Achtet auch auf eure Körpersprache.

Dialog

Die ideale Verweildauer von BesucherInnen am Infostand ist zwischen 5 und 10 Minuten. Es hat keinen Sinn, sein Gegenüber mit Infos „zuzuschütten“. Bietet diesem besser nachdem ihr eure wichtigsten Argumente vorgebracht habt weiterführende Informationen an bzw. verweist auf eine möglicherweise aufliegende Unterschriftenliste. Wenn ihr Giveaways habt, gebt zum Gesprächsabschluss den BesucherInnen eines mit. Bei Problemfällen
Lasst euch nicht provozieren, geht auf Nachfragen und Gespräche ein. Zu lange Diskussionen machen aber keinen Sinn. Zur Not lasst euch die Emailadresse geben, um weiteres Material zuzusenden.
Offensichtlich rein polemische Anfragen vermeiden, diese Personen gilt es eher zu ignorieren.

Nach dem Infostand

Idealerweise verstreut ihr euch nach dem Infostand nicht in alle Himmelsrichtungen, sondern nehmt euch gemeinsam Zeit in entspannter Atmosphäre, um die Zeit am Infostand Revue passieren zu lassen. Was hat gut geklappt, was war nicht optimal? Auf diese Weise könnt ihr wichtige Informationen für euren nächsten Stand sammeln. Zum Teil wurden die Informationen dieses Tutorials der Website www.kreaktivisten.org entnommen.

Weitere Informationen

  • kb_type: infostand